Der Krönungs- oder Schicksalsstein, oder Stone of Scone (gespr. Skun) wie er manchmal genannt wird, ist ein Sandsteinblock mit einer Länge von 66cm. Er ist 41cm breit und 28cm hoch und  wiegt 152 Kg. Dennoch ist dieser unscheinbarer Klumpen seit Jahrhunderten ein heiliges Relikt. Er wurde von Nationen umkämpft und bei dalriadischen, schottischen und britischen Krönungszeremonien eingesetzt. Der Stein hat nur eine einzige Inschrift, am ehesten als ein Lateinischkreuz zu beschreiben, das keinerlei Hinweise auf dessen Herkunft gibt. Der Krönungsstein stammt vermutlich aus dem Nahen Osten und wurde um 845 nach Schottland gebracht. Die Geschichte des Steins beginnt jedoch zu biblische Zeiten als ihn Jakob als Kissen benutzt haben soll. Der Sandsteinblock wurde anschließend durch Ägypten, Sizilien, Spanien und Irland transportiert bis er, wie zuvor erwähnt, in Schottland landete. Sir Compton MacKenzie, ein berühmter Schriftsteller, Kritiker und Amateurpolitiker, zweifelte an dieser Theorie. Er glaubte, dass der Stein von einem Steinbruch an der Westküste Schottlands in der Nähe von Oban stammte, konnte jedoch keinerlei Beweise für seine Theorie erbringen.

Es gibt jedoch eine weitaus logischere Erklärung, die die Entstehungsgeschichte im Nahen Osten untermauert. Das Königreich Dalriada existierte in Irland von ca. 400 bis ca. 850. und seine Könige wurden stets bei einer heiligen Zeremonie auf einem, von St. Patrick geweihten Sandsteinblock, gekrönt. Der Stein trug eine Botschaft, geschrieben von St. Patrick, das wo immer der Stein liegt, werden die Nachfahren Ercs herrschen. Erc war der erste König vom Stamm Dal Riata in Antrim (heute Nordirland). Nach viele Jahren und unzählige Schlachten mit den Pikten, Briten und Sachsen zog es der 36. König von Dalriada, Kenneth MacAlpin, vor, seinen Herrschersitz nach Schottland zu verlegen. Er siedelte erst nach Argyll an der Westküste Schottlands um, dann anschließend nach Scone an der Ostküste. Der Stein wurde, traditionsgemäß, in Iona, Dunadd, Dunstaffnage und Scone für Krönungszeremonien verwendet. Im Jahr 1292 war John Balliol der letzte schottische Monarch der auf den Stein den Schicksals gekrönt wurde. Edward I. nahm den Stein, während einer Invasion Schottlands im Jahr 1296, mit nach England und platzierte ihn direkt unter dem Thron in Westminster Abbey. Edward glaubte, irrtümlicherweise, dass allein der Besitz des Steins ihm die Souveränität über Schottland gewähren würde. Im Jahr 1328 wurde die Rückgabe des Steins bei dem Abkommen von Northampton  vereinbart, die Engländer hielten sich jedoch nicht daran und der Stein blieb in Westminster Abbey.

Stone of Scone

Am 1. Weihnachtstag 1950  wurde der Krönungsstein, von einer Gruppe schottischer Nationalisten, aus dem Westminster Abbey entwendet. Darauf war der Stein unauffindbar. Das "Korpus Delicti" wurde 4 Monate später in Arbroath Abbey entdeckt und wieder nach London gebracht. Es wird stark behauptet, dass der Stein niemals verschwand und wurde niemals wirklich gefunden! Die schottischen Diebe hätten eine Nachbildung herstellen lassen, die etwa 4 Monate Zeit in Anspruch genommen hätte. Diese Nachbildung wurde dann in Arbroath Abbey hinterlegt und genau jene Nachbildung fand sich später in Westminster Abbey wieder. Befindet sich der echte Krönungsstein wieder in Scone Palace, wo eine Nachbildung sein sollte? Die Engländer haben den Stein inzwischen zurückgegeben und der befindet sich heute in Edinburgh. Haben sie die Nachbildung ausgehändigt? Um die Sache noch zu verkomplizieren, sollen die Mönche schon während Edwards Invasion den echten Stein ausgetauscht haben. Waren Englands königliche Ärsche schon seit dem 13. Jahrhundert  auf den falschen Stein platziert? Wir werden es nie erfahren! 
Inzwischen muss man sich fragen, ob St. Patricks Botschaft versagt hat. Im Prinzip nein, vorausgesetzt, dass der echte Stein von Edward entwendet wurde. Die schottischen Monarchen waren allesamt Nachfahren von Erc. Die englische Nachfolge versagte im Jahr 1603 und Jakob VI. von Schottland wurde zugleich Jakob I. von England. Abgesehen von einer kurzen Periode zwischen 1649 und 1660  als die Engländer Karl II. als Staatsoberhaupt ablehnten, herrschen die Nachfahren Ercs nach wie vor. Elizabeth II., heute Königin von Großbritannien, ist tatsächlich eine Nachfahre Ercs. Seit der Krönung Jakobs im Jahre 1603, war der Krönungsstein ein Teil jeder Krönung eines britischen Monarchen. Oder doch nicht? Vielleicht hätte Elizabeth im Jahr 1952 nach Scone reisen sollen. Nach 700 Jahren haben die Engländer endlich den Krönungsstein ausgehändigt. Gestohlen im Jahr 1296 von Edward the Longshanks als ein Teil seiner Eroberung und Erniedrigung Schottlands, wurde der Stein am 15. November 1996 feierlich über die Grenze gebracht und im Schloss in Edinburgh platziert. 
Haben die Engländer den echten Stein ausgehändigt? Wurde Edward mit einer Nachbildung abgespeist? Haben die Patrioten im Jahr 1951 nur eine Fälschung  zurückgegeben? Wir wissen es nicht, aber eins ist sicher, die Zuständigen wissen es auch nicht!

Stone of Scone

Fakt ist, der Stein des Schicksals ist ein Symbol schottische Nationalismus und Unabhängigkeit. Im Jahr 1328 hatte Edward III. die Rückgabe versprochen. Seitdem haben die Engländer jede Möglichkeit genutzt, die Rückgabe des Steins an Schottland zu verhindern. Haben Sie es wirklich kampflos aufgegeben? Obwohl die schottischen Patrioten nach ihrem Diebstahl verhaftet wurden, wurde kein Strafverfahren eingeleitet. Ein Verfahren  wäre nur dann zustande gekommen  wenn die englischen Behörden die rechtsmäßigen Besitzer wären! Das waren Sie aber nicht. Und sie wussten es. 
Der Krönungsstein ist ein Symbol Schottlands, und solange dieser in Westminster zu finden war, war er ein Symbol der Trauer und ein Denkmal der englischen Eroberung Schottlands.

 


Update: 28. März 2010